18.11.2021

1. Grünkohlessen des neuen Kreises Osnabrück ein würdiger Abend

Autor / Quelle: Björn Richter Jakob Patzke NOZ

Was bedeutet es, Grünkohlkönig zu sein? Darüber hatten die neuen Majestäten Hartmut Klocke und Florian Heft beim Grünkohlessen des NFV Kreis Osnabrück eine unterschiedliche Auffassung – mit einem gleichen Kern. Fast genau zwei Jahre lang durften Fußballtrainer Daniel Thioune und Klaus Hülsmann vom NFV-Kreisvorstand das Amt des Grünkohlkönigs bekleiden. Wegen der Corona-Pandemie fiel die Wahl einer neuen Majestät im vergangenen Jahr aus.

Doch nun war es an der Zeit, zwei neue Oberhäupter zu krönen. Dazu hatten sich rund 250 Gäste in der Gaststätte Rothert in Bramsche-Engter versammelt. "Ich freue mich, dass ihr alle da seid", sagte der Vorsitzende des Fußballkreises Osnabrück Bernd Kettmann in seiner Begrüßungsrede, auch wenn eine Auslastung mit den normalerweise 420 Gästen nicht möglich gewesen sei. "Unsere Veranstaltung findet unter den Vorgaben der Landesregierung statt, die noch gelten", betonte Kettmann mit Blick auf die steigende Corona-Inzidenz. Die aktuelle Lage sei auch ein Grund gewesen, warum mit Bramsches Bürgermeister Heiner Pahlmann der einzige politische Gast zugegen war. Innenminister Boris Pistorius sei terminlich verhindert, "wobei ich mir nicht vorstellen kann, was wichtiger wäre, als das Grünkohlessen des NFV", witzelte Kettmann.

Mit Blick auf den neuen Kohlkönig stimmte der Vorsitzende jedoch auch mahnende Worte an. Der Grund, warum man sich für den Schiedsrichter Florian Heft entschieden habe, sei der Wunsch, ein Zeichen zu setzen. "Keine Fußballliga kommt ohne einen neutralen Schiedsrichter aus." Umso erschreckender seien die verbalen und tätlichen Angriffe auf die Offiziellen, vor allem in der jüngeren Vergangenheit. "Wir werden das nicht tolerieren", sagt Bernd Kettmann entschieden.

In seiner Abschiedsrede nahm auch Daniel Thioune den Faden zum Thema Gewalt gegenüber Schiedsrichtern auf. Er selbst versuche stets, den Schiedsrichtern respektvoll zu begegnen. Immer gelinge ihm dies nicht. "Ich habe als Trainer zweimal die gelbe Karte gesehen, beide Male gegen Hannover 96 – es muss wohl an Hannover 96 liegen", schmunzelte Thioune.

Zu Florian Heft pflegt der Fußballtrainer indes ein ganz besonderes Verhältnis. "Als ich mein letztes Spiel als Trainer bestritten habe, war Florian der Schiedsrichter. Jetzt halte ich meine letzte Rede als Grünkohlkönig und Florian ist wieder mit dabei", klärte Thioune unter großem Gelächter des Publikums auf.

Bezugnehmend auf seine Vorredner hielt Florian Heft seine Antrittsrede ganz im Zeichen des Themas "Verantwortung". Verantwortung übernehmen, auf und neben dem Platz. "Respekt, Vielfalt, Fairness und Toleranz sollen die Grundwerte meiner Regentschaft sein", erklärte der 31-jährige gebürtige Neuenkirchener. In diesem Zusammenhang erzählte er von seinen eigenen Erfahrungen mit verbaler und physischer Gewalt im Fußball. "Im Fußball kann es emotional zugehen, aber es muss Grenzen geben", stellte der Schiedsrichter in seiner Rede klar, die auch das Publikum nachdenklich stimmte.

Der emotionalste Höhepunkt gehörte aber Hartmut Klocke. Mit 97,6 Prozent wurde er als Nachfolger von Klaus Hülsmann zum zweiten Kohlkönig gewählt. "Ich bin wirklich überrascht, ich hatte jemand anderes erwartet", sagte ein sichtlich gerührter Klocke. "Für mich ist das eine Auszeichnung meiner über 30-jährigen Arbeit", sagt er mit Tränen in den Augen und erntete stehende Ovationen und lang anhaltenden Applaus vom Publikum.

Was bedeutet es, Grünkohlkönig zu sein? Zum einen bedeutet es ein verantwortungsvolles und respektvolles Miteinander im Fußball. Zum anderen bedeutet es eine Würdigung der Menschen, die mit ebendieser Verantwortung dazu beitragen, dass Tag für Tag auf den Fußballplätzen im Osnabrücker Land der Betrieb am Laufen gehalten wird.

Foto: Andree Schmeier

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Foto: Helmut Kemme

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Seite zuletzt aktualisiert am: 29.11.2021