27.06.2022

Premiere der Grammann-Klose-Spiele in Eggermühlen: 6 Siegerteams, aber viel mehr Gewinner

Autor / Quelle: Björn Richter Johannes Kapitza

Die kurzen Hosen mochten auf Kniehöhe oder erst knapp darunter enden und die Trikots gar nicht mal viel höher, aber die G-Junioren-Fußballer waren mit vollem Einsatz am Ball, während in der F-Jugend die Technik und die Spielanlage schon ausgereifter waren. Was alle einte: Sie hatten Spaß bei der Premiere der Grammann-Klose-Spiele in Eggermühlen. Am Ende gab es mehr lachende Gesichter als Tränen, und die Sieger verteilten sich großräumig über die Stadt Osnabrück und den Landkreis.

Es gab spektakuläre Paraden und tolle Tore, die mit mehr echter Begeisterung gefeiert wurden als mancher Treffer im Profifußball, und so ging den Verantwortlichen des Fußballkreises nach zweijähriger Corona-Pause schon frühzeitig das Herz auf. „So viele Kinder, die begeistert Fußball spielen – das war toll. Das haben wir viel zu selten gesehen in den letzten Jahren“, sagte der Kreisvorsitzende Bernd Kettmann.

Das Fazit von Hartmut Klocke fiel knackig aus: „Zu 100 Prozent ein klasse Turnier nach zwei Jahren Pause“, sagte der Kreisjugendobmann erschöpft nach einem langen Tag, der das Ergebnis intensiver Vorarbeit war.

„Alle Nachbarvereine haben sich Mühe gegeben“, lobte Kettmann den ebenfalls beteiligten SV Quitt Ankum, den TuS Berge, den Bippener SC, den SV Kettenkamp, den SV Nortrup und Grün-Weiß Schwagstorf, wo die Vorrunden ausgetragen worden waren. Die kleinste Konkurrenz, die zweiten Mannschaften der jüngeren F-Jugend (U 8), ermittelte in Ankum gleich ihren Sieger: Die Gastgeber siegten im Endspiel gegen die JSG Borgloh/Hankenberge mit 4:3.

Auf der schmucken Anlage des Eggermühlener Sternbuschstadions nahm die zweite Mannschaft des Osnabrücker Turnerbunds in der F-Jugend (U 9) den ersten Pokal nach einem 2:1-Sieg gegen den SV Hellern entgegen. Bevor es als Lohn einen Pokal und eine Tüte Gummibärchen gab, hatte der OTB-Nachwuchs noch Kraft für eine ausgelassene Ehrenrunde über den Platz. Fleißig wurde danach die Reihenfolge diskutiert, in der die Trophäe herumgereicht werden sollte. Alle Pläne waren hinfällig, weil am Ende alle eine Hand am Pokal hatten.

Stimmungsvoll wurde es auch bei der gemeinsamen Siegerehrung für die vier Altersklassen, die erst später am Nachmittag ihre Top-Platzierungen ermittelt hatten. Bei den ersten Mannschaften des ältesten F-Jugend-Jahrgangs (U 9) feierten die Eltern der JSG GMHütte/Holzhausen ihre Schützlinge für den 3:0-Sieg im Endspiel gegen die JSG Borgloh/Hankenberge. „Das Turnier ist ja bekannt. Das war eine Extra-Motivation für uns“, sagte der siegreiche Trainer Sascha Köhler. Er sei „mit null Erwartungen“ in die Spiele gegangen. „Was letztlich dabei herumgekommen ist, ist der Wahnsinn“, sagte Köhler, dessen Team den großen Wanderpokal mitnahm.

Auch die zweite große Trophäe für die älteren G-Junioren (U 7) ging in den Südkreis: Die JSG GMHütte/Oesede gewann das Endspiel gegen Blau-Weiß Schinkel 2:0. BW-Trainer Michael Kenning wedelte mit einem Bündel Medaillen, um die Tränen eines Spielers zu stoppen. „Wir sind hierhergefahren und haben gesagt: Wir kommen niemals nach Eggermühlen in die Endrunde.“ Platz zwei galt es trotz Finalniederlage zu feiern: „Wir haben eine tolle Truppe zusammen. Das können wir mitnehmen“, sagte Kenning.

Noch knapper ging es bei den ersten F-Junioren der U 8 zu: BW Hollage gewann gegen die Spvg. Gaste-Hasbergen erst im Neunmeterschießen mit 4:3. Auch bei den G-Junioren der U 6 brauchte es die Entscheidung vom Punkt: Der SC Melle setzte sich mit 3:1 gegen die JSG Hagen/Niedermark durch.

Bei allem Jubel der Sieger und aller Enttäuschung der Verlierer ging es für die rund 2500 jungen Kicker vor allem um die Freude am Sport. Die wurde nur dadurch ein wenig getrübt, dass einige Eltern und auch Trainer mit zu viel Ehrgeiz bei der Sache waren: Deren Verhalten sei „insgesamt gut, aber in Teilen noch verbesserungswürdig“ gewesen, urteilte Kreisvorsitzender Kettmann. Mehrfach mussten die Zuschauer über Lautsprecher aufgerufen werden, hinter den Banden auf Abstand zu den Spielfeldern zu bleiben. „Das könnte noch besser gehen“, sagte Kettmann.

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Seite zuletzt aktualisiert am: 09.08.2022