Ein „Sommermärchen“ in Polen

Dienstag, 23.06.2026 – 4.30 Uhr in der Früh: 44 Wecker schlagen Alarm!
Der Grund: die Fahrt von drei Auswahlmannschaften des NFV Kreises Osnabrück nach Danzig/Sobieszewo – Polen steht an.
Die Protagonisten: eine Mädchenauswahl des Jahrgangs 2014 in Begleitung ihrer beiden Trainerinnen Kathrin Sommer und Katja Niehaus sowie Marek Wanik (NFV Verbandssportlehrer), gleichzeitig auch sportlicher Leiter und Organisator dieser („traumhaften“) Fahrt. Ferner pünktlich bei der frühen Abfahrt (6.00 Uhr) vor dem Kreishaus am Schölerberg in Osnabrück erschienen sind die beiden Jungenauswahlmannschaften des Jahrgangs 2015 Osnabrück - Nord unter der Leitung von Moritz Molitor und die die Auswahlmannschaft Osnabrück – Süd mit ihren Trainern Uwe Krebs und Christian Groneick.
Zum Team gehörten ebenfalls Stefan Vormund (Leiter des Qualifizierungsausschusses, Leitung Trainerausbildung und DFB Stützpunkttrainer) sowie meine Wenigkeit, Thomas Schiffbänker, ehemals (neben meinem Beruf als Lehrer) langjähriger Angestellter beim DFB und NFV.
Erster Schock in der Früh: Manche Spieler konnte man hinter ihren voluminösen Koffern nicht mehr entdecken, offensichtlich hatten sie ihr gesamtes Hab und Gut dabei…! Zweite Feststellung: diese Ungetüme mussten im Hotel teilweise in den dritten Stock! Und das ohne Aufzug! Wissend was auf mich/uns zukommt, brach mir nicht nur aufgrund der Wärme der Schweiß aus…!
Und dann schließlich, rein in den Bus, Motor und Klimaanlage gestartet, Bauchgurte umgeschnallt und ein letztes Winken.
An dieser Stelle ein großes Kompliment an die Eltern, die ein zu deutliches Schluchzen und Tränen vergießen mutig zu unterdrücken wussten…!Die Fahrt nunmehr führte uns gen Osten, südlich an Berlin und dann an Frankfurt/Oder vorbei, um hier die Grenze nach Polen zu passieren.
Nach fast 13-stündiger Fahrt (inklusive diverser Pausen) brachte uns unser Fahrer Joachim sehr sicher und gekonnt ans Ziel unserer „Träume“: Sporthotel „Renusz“ in Sobieszewo an der Peripherie von Danzig. Dort wurden wir herzlich durch den Leiter der polnischen Delegation Herrn Sylvester Malucha begrüßt und anschließend durften die Kinder ihre Zimmer belegen, einige im dritten Stock, ach ihr wisst schon…!
In den nun folgenden Tagen erlebten die Kinder eine ausgesprochen freundliche Atmosphäre im Hotel mit einer phantastischen Verpflegung. Zwar mussten einige wenige Kinder das Verhalten in einem solchen Etablissement offensichtlich noch erlernen (Laufen, Springen und Schreien), aber sie waren durchaus bereit dazu.
Natürlich steht eine solche Fahrt in erster Linie unter einem sportlichen Aspekt. Doch auch die Elemente des Vermittelns von sozialen Kompetenzen und das Kennenlernen anderer kultureller Gegebenheiten, waren dem gesamten Team sehr wichtig.
Zum sportlichen Aspekt:
Alle drei Mannschaften spielten mehrere Vergleiche gegen polnische Auswahlmannschaften oder Akademien in und um Danzig.
Überwiegend konnten dabei Erfolge erzielt werden. Was aber wesentlich wichtiger als Sieg oder Niederlage war, ist die Tatsache, sich auf internationaler Ebene mit einer ganz anderen Spielkultur und Philosophie messen zu können. So spielen die polnischen Jungen und Mädchen in dieser Altersklasse immens körperbetont, worauf sich unsere Spielerinnen und Spieler im individual- wie im gruppentaktischen Bereich entsprechend einstellen mussten. An dieser Stelle nicht nur an sie, sondern auch an die Trainerinnen und Trainer ein großes Kompliment, weil sie durch ihre kompetente Art des Coaching eine große Hilfe für ihre Mannschaften darstellten.
Zudem konnte man gegenüber den polnischen Kindern eine deutlich bessere technische und auch schon taktische Ausbildung bei „unseren“ Leuten verifizieren.
Was die soziale Komponente und ein entsprechendes Lernen während einer solchen Fahrt angeht, gab es auch hier in einigen wenigen Momenten Redebedarf. Fehlverhalten oder auch Disziplinlosigkeit (einiger weniger) wurden von den Trainerinnen und Trainern konsequent und kommunikativ bearbeitet, mit der Hoffnung, dass daraus Lehren gezogen werden. Insgesamt aber überwogen klar die positiven Elemente dieser Fahrt.
Dazu gehörte eine tolle Stimmung untereinander, sowohl bei den Mädchen als auch bei den Jungen, und ein wirklich hervorragend harmonierendes Trainerteam, was in den abendlichen Reflexionsstunden mehr als deutlich wurde.
Zu den kulturellen Highlights gehörten dann der Besuch der Stadt Danzig mit einer einzigartigen Geschichte und Kulisse.
Absoluter „Burner“ aber war der mehrmalige Besuch des Strandes an der Ostsee und ein Abtauchen ins kühle Nass, was bei den vorherrschenden Temperaturen ein absolutes Muss bedeutete.
Ach ja- und Eis gab es auch nicht zu knapp! Es ist doch immer wieder erstaunlich (und bei so vielen Aktivitäten aber auch erklärlich), wie schnell solche Tage vergehen.
So mussten also die Koffer wieder in den Bus, von ganz oben nach ganz unten…!
Die Heimfahrt verlief ausgesprochen ruhig, die Grenze konnte ohne Kontrolle passiert werden, ein amerikanisches Nobelrestaurant freute sich über unseren Besuch und nach ca. 13-stündiger Fahrt erblickten wir die Lichter von Osnabrück.
An dieser Stelle nochmals ein großes Lob und einen herzlichen Dank an Marek, der mit der Organisation von solchen Fahrten immer wieder unvergessliche Momente und Erfahrungen für Jungen und Mädchen kreiert.
Bilder der Polen Fahrt 2026



